Pressemitteilung

Digitale Kluft muss dringend überwunden werden – lokale Entscheidungsträger fordern Unterstützung für Regionen und Städte bei der Bewältigung des Wandels

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  • Working Group on Ukraine
  • Digitalpolitik und Konnektivität

Ein inklusiver digitaler Wandel in städtischen und ländlichen Gebieten erfordert mehr Investitionen in die Netzinfrastruktur, aktualisierte Strategien für die digitale Resilienz und eine bessere Zusammenarbeit mit den nationalen Regierungen und der Mitgliedstaaten untereinander. So das Fazit der Debatte am 8. Februar mit Margrethe Vestager, der Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für ein Europa für das digitale Zeitalter, auf der Plenartagung des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR).

In der Debatte mit Margrethe Vestager unterstrichen die Regional- und Kommunalpolitiker die Vorbereitung der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften auf das digitale Zeitalter als Schlüsselfaktor für die Nachhaltigkeit öffentlicher Dienste in Zeiten zunehmender Abhängigkeit von digitalen Technologien, Cloud-Computing, Daten und interoperablen Informationssystemen. Der Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu den erforderlichen Informationen und Instrumenten ist ein wesentlicher Teil der Entwicklung der digitalen Gesellschaft von morgen.

Der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen Vasco Alves Cordeiro (PT/SPE) erklärte:„Der digitale Wandel ist heute die entscheidende Herausforderung, doch müssen dabei nach wie vor die Menschen im Mittelpunkt stehen, damit keine neue territoriale Kluft und soziale Ungleichheiten entstehen. Der Ausschuss der Regionen hält es für dringend geboten, dass die Digitale Agenda der EU gemeinsam mit den Städten und Regionen entwickelt wird, im Interesse besserer öffentlicher Dienstleistungen, der Schaffung neuer Arbeitsplätze und der Bildung. Außerdem muss die Digitale Agenda parallel zum Grünen Deal umgesetzt werden.“

Exekutiv-Vizepräsidentin Vestager betonte, dass die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften eine Schlüsselrolle dabei spielen, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu digitalen Technologien erhalten, und dass die digitalen öffentlichen Dienste verbessert werden müssen, damit sichere und zugängliche Instrumente zur Verfügung stehen. Die AdR-Mitglieder betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit der Entscheidungsträger im öffentlichen und im privaten Sektor, um Digitalisierung und Innovation zu unterstützen, was wiederum den laufenden Bemühungen um die Energieversorgungssicherheit und umweltfreundliche Technologien und so der Stärkung der strategischen Autonomie der EU zugutekäme. Ein inklusiver digitaler und grüner Wandel in städtischen und ländlichen Gebieten kann nur erreicht werden, wenn alle Menschen Zugang zu der erforderlichen digitalen Infrastruktur haben und alle Regionen über wirksame und innovative digitale Instrumente verfügen.

Die digitale Kluft zwischen Stadt und Land wird sich ohne den notwendigen Zugang zum Internet und zu digitalen Dienstleistungen in Schlüsselbereichen wie Gesundheitsversorgung, Bildung, öffentliche Dienstleistungen und soziale Inklusion weiter vergrößern. Dies wiederum macht eine verstärkte und wirksamere Zusammenarbeit zwischen und in den Verwaltungen der Mitgliedstaaten erforderlich. 

Der digitale Wandel – also ein besserer Zugang zu digitalen Technologien und ihre bessere Nutzung sowie die Ausschöpfung des damit verbundenen großen Potenzials – wird enorme Auswirkungen auf den Zusammenhalt in der EU haben und ist für die Verwirklichung der Ziele der Digitalen Dekade bis 2030 von entscheidender Bedeutung.Der AdR setzt sich deshalb dafür ein, dass die in den EU-Verträgen anerkannte Definition des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts um die digitale Dimension erweitert wird, um Investitionen in die „inklusive“ Digitalisierung zu optimieren. Trotz der immer weiter zunehmenden Konnektivität verfügen viele städtische und ländliche Gebiete noch immer nicht über die hierfür erforderlichen fortschrittlichen Netze. Auch besteht bei Bürgerinnen und Bürgern häufig ein Defizit bei den digitalen Kompetenzen. Zur Überwindung dieser digitalen Kluft muss an verschiedenen Stellen angesetzt werden, u. a. mit Strategien für den digitalen Wandel, die auf den individuellen Bedarf der Regionen abgestimmt sind, damit niemand zurückgelassen wird.

Hintergrund:

Der AdR lässt gerade in einer Studie den aktuellen Stand der digitalen Resilienz in den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften in der EU erforschen. Es wird untersucht, welche Lösungen und Mittel auf subnationaler Ebene zur Stärkung dieser Resilienz eingesetzt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ansprechpartnerinnen:

Monica Tiberi – Sprecherin des Präsidenten‎Tel.: +32 479 51 74 43‎monica.tiberi@cor.europa.eu

Theresa Sostmann

Tel.: +32 475 99 94 15

Theresa.Sostmann@cor.europa.eu