Ângela Machado
angela.machado@cor.europa.eu
In einer Debatte am 2. Juli mit Apostolos Tzitzikostas, EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus, forderten die Kommunal- und Regionalpolitiker eine stärkere Anerkennung ihrer Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Auswirkungen des unausgewogenen Tourismus und forderten angemessene Ressourcen, um diese Probleme anzugehen.
Die EU ist das weltweit führende Reiseziel, wobei der Tourismus eine entscheidende Rolle für das Wirtschaftswachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Entwicklung ländlicher, peripherer und weniger entwickelter Gebiete spielt. Der Sektor hat sich rasch von dem durch die COVID-19-Pandemie verursachten abrupten Rückgang erholt; die Erholung hat jedoch auch bestehende Ungleichgewichte aufgedeckt und verschärft. Beliebte Reiseziele stehen vor Herausforderungen wie Überbelegung, Druck auf die Infrastruktur und die natürlichen Ressourcen, Gentrifizierung und steigende Wohnkosten, die sich auf die lokale Akzeptanz des Tourismus auswirken.
Während der Debatte äußerten die AdR-Mitglieder Bedenken hinsichtlich des zunehmenden Ungleichgewichts im Tourismus und betonten die dringende Notwendigkeit, Reiseziele zu unterstützen, die unterschiedliche Ansätze zur Steuerung der Tourismusströme erfordern, einschließlich der Begrenzung oder Umlenkung der Ströme oder der Beschränkung des Angebots an Kurzzeitmieten. Sie hoben die Auswirkungen des Klimawandels auf europäische Reiseziele hervor und betonten, wie wichtig es ist, mit lokalen Gemeinschaften in Fragen wie Wasserverteilung, Wohnraum, Mobilität und Raumplanung zusammenzuarbeiten.
Die Regionen und Städte sehen daher der neuen EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus, die die Europäische Kommission voraussichtlich im ersten Quartal 2026 vorlegen wird, erwartungsvoll entgegen und fordern eine stärkere Anerkennung ihrer Rolle bei der Gestaltung und Umsetzung von Tourismuspolitiken, die einen Übergang zu einem nachhaltigeren Tourismusmodell sicherstellen und Destinationen dabei unterstützen, grüner, digitaler, zugänglicher und auf die Bedürfnisse ihrer lokalen Bevölkerung und Besucher abgestimmt zu werden.
Die lokalen und regionalen Entscheidungsträger forderten außerdem einen besseren Zugang zu Finanzmitteln und aktuelle, relevante Daten für eine faktengestützte Politikgestaltung und eine wirksame Überwachung der lokalen Auswirkungen des Tourismus. Diese Maßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, um die aktuellen Herausforderungen im Tourismus besser anzugehen und ein ausgewogeneres, widerstandsfähigeres und inklusiveres Tourismusmodell in ganz Europa zu erreichen.
Die Debatte fand zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt, da die Europäische Kommission bis zum 31. August eine öffentliche Konsultation durchführt und parallel dazu einen Bericht über die Umsetzung der Schlussfolgerungen des Rates zur Europäischen Tourismusagenda 2030 erstellt, die beide zur nächsten Strategie der EU für nachhaltigen Tourismus beitragen werden.
Zitate:
Kata Tüttő (HU/SPE), Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen: "Der Tourismus ist nicht nur ein Wirtschaftszweig - er ist Teil der Seele unserer Gemeinden. Er bringt Leben in unsere Straßen, unterstützt lokale Unternehmen und bringt den Menschen die Schönheit und Kultur der europäischen Regionen näher. Während die Europäische Kommission ihre allererste EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus vorbereitet, ist es wichtig, dass die Stimmen unserer Städte und Regionen wirklich gehört werden. Wir, die Verantwortlichen auf lokaler und regionaler Ebene, sehen jeden Tag, welche Auswirkungen der Tourismus wirklich hat - sein Potenzial, Arbeitsplätze zu schaffen, die Natur zu schützen und das Kulturerbe zu erhalten. Der Ausschuss der Regionen ist bereit, die Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge aus ganz Europa zu teilen. Denn wenn wir wollen, dass der Tourismus wirklich nachhaltig ist, muss er gemeinsam aufgebaut werden und auf Vertrauen beruhen."
Apostolos Tzitzikostas, EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus: „Der Tourismus ist ein wichtiger Sektor für das Wirtschaftswachstum in Europa mit über 3 Millionen KMU, die 20 Millionen Arbeitsplätze sichern und durchschnittlich 10 % zum BIP der EU beitragen. Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an der ersten EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus, die wir im Frühjahr 2026 vorlegen werden. Wir haben kürzlich eine gezielte Konsultation eingeleitet und freuen uns auf die Erkenntnisse und Vorschläge des Europäischen Ausschusses der Regionen und der zahlreichen Reiseziele, die er vertritt. Ihre Beiträge sind sehr wichtig für die Entwicklung einer Strategie, die ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und dem Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften herstellt und gleichzeitig die Anpassung an den Klimawandel und ein datengestütztes Management fördert. Die entscheidende Rolle der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften und ihrer Destinationsmanagement-Organisationen ist dabei unerlässlich: Der Erfolg der Strategie wird von unserem gemeinsamen Engagement und unserer engen Zusammenarbeit abhängen.“
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