Czechia
Radim SRŠEŇ
Mitglied
Member of the Local Assembly of the Municipality of Dolní Studénky
Die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften verabschiedeten auf einer Plenartagung des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) am 6. Mai eine Stellungnahme zur Zukunft der Entwicklung des ländlichen Raums nach 2027. Unter der Leitung des Berichterstatters Radim Sršeň (CZ/EVP), Bürgermeister von Dolní Studénky, wird in der Stellungnahme gefordert, dass die Entwicklung des ländlichen Raums uneingeschränkt als Kernziel der Kohäsionspolitik anerkannt wird, unterstützt durch eine gezielte Finanzierung und einen kohärenten Ansatz, der über die sektorspezifische Agrarpolitik hinausgeht.
Ländliche Gebiete, auf die rund 80 % des EU-Gebiets entfallen und in denen fast 30 % der EU-Bürger leben, sind nach wie vor strukturell unterinvestiert. Diese anhaltende Kluft schwächt den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt, untergräbt das demokratische Vertrauen und das „Aufenthaltsrecht“ und schränkt auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der EU ein. Gleichzeitig spielen ländliche Gebiete eine strategische Rolle bei der Verwirklichung der wichtigsten Prioritäten der Europäischen Union, darunter Klimaschutz, Umweltschutz, erneuerbare Energien, stabile und souveräne Lebensmittelsysteme, territoriale Resilienz und sozialer Zusammenhalt.
Vor diesem Hintergrund begrüßen die lokalen und regionalen Vertreter den vorgeschlagenen territorialen Ansatz der EU für die Entwicklung des ländlichen Raums als einen Schritt hin zu einer kohärenteren, flexibleren und lokal zugeschnittenen Finanzierung. Sie betonen jedoch, dass die ländlichen Gebiete im derzeitigen Haushalt unterfinanziert sind und im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) weiter zurückbleiben könnten, es sei denn, erhebliche Mittel sind eindeutig für ländliche Gebiete vorgesehen.
In der Stellungnahme wird daher ein stärkerer und stärker integrierter Rahmen gefordert, der die bestehenden Finanzierungsinstrumente strafft und angleicht und die ländliche Entwicklung stärker in einen umfassenderen Ansatz der Kohäsionspolitik einbindet. Ferner wird das Potenzial von Programmen wie dem Europäischen Fonds für Wettbewerbsfähigkeit (ECF) und Horizont Europa zur Förderung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in ländlichen Regionen hervorgehoben.
Ein Schwerpunkt liegt auf Governance: Die Entwicklung des ländlichen Raums nach 2027 sollte fest auf dem Subsidiaritätsprinzip beruhen und eine sinnvolle Einbeziehung der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften in die Entscheidungsfindung bei der Ausarbeitung, Genehmigung und Umsetzung nationaler und regionaler Partnerschaftspläne (NRPP) gewährleisten.
Schließlich wird in der Stellungnahme eine verstärkte Unterstützung bewährter ortsbezogener Ansätze wie LEADER und Smart Villages gefordert, die durch eine gezielte Finanzierung sowie eine stärkere Prüfung der Auswirkungen auf den ländlichen Raum und den Kapazitätsaufbau auf allen Regierungs- und Verwaltungsebenen unterstützt werden, um sicherzustellen, dass die politischen Maßnahmen den Bedürfnissen des ländlichen Raums besser Rechnung tragen und darauf reagieren.
Zitat
Berichterstatter Radim Sršeň (CZ/EVP), Bürgermeister der Gemeinde Dolní Studénky: „Die Zukunft der ländlichen Entwicklung steht am Scheideweg. Ländliche Gebiete können entweder zu einem Museum oder zu einem lebendigen und attraktiven Lebensraum für alle Generationen werden. Sie haben viele Herausforderungen und großes Potenzial, und ein ganzheitlicher, ortsbezogener, integrierter, fonds- und politikübergreifender Ansatz ist das einzige Rezept für ihre Zukunft. Es sollte auch eine angemessene zweckgebundene Finanzierung für ländliche Gebiete geben, die der Tatsache entspricht, dass 30 % der europäischen Bürgerinnen und Bürger dort leben, sowie für ortsbezogene integrierte Instrumente wie LEADER/CLLD und intelligente Dörfer usw., da sie sich als sehr erfolgreich bei der Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger erwiesen haben und maßgeschneiderte Lösungen für jeden Winkel Europas bieten. Das strategische Potenzial ländlicher Gebiete voll auszuschöpfen und die Lebensqualität zu verbessern, ist der einzige Weg, die Gezeiten von Demografie und Unzufriedenheit zu verändern.“
Hintergrund
Kontakt:
Hélène Dressen
Tel: +32 471502795
Helene.dressen@cor.europa.eu
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