Pressemitteilung

Europas Wasserstoffrevolution findet in den Städten und Regionen statt

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Matthias Wunderling-Weilbier: "Unsere Hydrogen Valleys benötigen einen klaren Rahmen für den Markthochlauf mit grünem Wasserstoff."

Erneuerbarer Wasserstoff ist für die Verwirklichung der Ziele des Grünen Deals und der Klimaneutralität und insbesondere im Hinblick auf die Dekarbonisierung der Industrie und des Schwerverkehrs in den Städten und Regionen der EU von zentraler Bedeutung. Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) fordert die Europäische Kommission auf, die Rolle der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften für das künftige Funktionieren derEuropäischen Wasserstoffbankzu überdenken. Mit der Wasserstoffbank sollen Investitionen in erneuerbaren Wasserstoff mobilisiert und unterstützt werden. Die AdR-Stellungnahme von Arianna Censi (IT/SPE), Verkehrsdezernentin der Stadt Mailand, wurde auf der Plenartagung am 30. November verabschiedet, eine Woche, nachdem die Europäische Kommission die erste mit 800 Mio. EUR ausgestattete Pilotauktion im Rahmen der Europäischen Wasserstoffbank eingeleitet hatte.

Der AdR beklagt das Fehlen von Unterstützungsinstrumenten, die notwendig sind, damit die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften ihrer Rolle als geeignete Plattform für die Vernetzung von Wasserstofferzeugern und -abnehmern nachkommen, die Kompetenzentwicklung fördern und künftige Ausschreibungen der Europäischen Wasserstoffbank erleichtern können. Denn die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften sind die wichtigsten Akteure, wenn es um Genehmigungen für den zusätzlichen Einsatz erneuerbarer Energien, die Zuweisung von Gebieten für entsprechende Vorhaben und die Einhaltung der Umweltstandards geht. Mit dem bevorstehenden Fahrplan für Wasserstofftäler sollte die Kommission auch rechtliche Hürden beseitigen, die die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften daran hindern, selbst zur Erzeugung und zum Verkauf von erneuerbarem Wasserstoff beizutragen.

Erneuerbarer Wasserstoff sollte zur Dekarbonisierung energieintensiver industrieller Tätigkeiten und des Schwerverkehrs beitragen, ohne dadurch die Beschäftigungsmöglichkeiten insbesondere in CO2-intensiven Regionen zu beeinträchtigen, so Berichterstatterin Censi in ihrer Stellungnahme. Erneuerbarer Wasserstoff sei die einzige mit den Zielen des Grünen Deals vereinbare und nachhaltige Form von Wasserstoff. Das Instrument müsse zur Senkung der Kosten für die Erzeugung erneuerbaren Wasserstoffs dienen.

Die Regionen und Städte betonen, dass die Wasserstoffinfrastruktur nicht auf nationaler Ebene, sondern vielmehr länderübergreifend und grenzüberschreitend entwickelt werden muss. In Bezug auf die Förderung der EU-Infrastruktur für die Erzeugung, die Speicherung, den Transport, die Verteilung und den Verbrauch von Wasserstoff unterstreicht der AdR die Bedeutung einer EU-weiten geografischen Ausgewogenheit. Besondere Unterstützung sollten Städte und Regionen mit geringeren Kapazitäten für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und offensichtlichen Hindernissen für die Einfuhr von erneuerbarem Wasserstoff bekommen. Die Europäische Kommission sollte auch makroregionale Auktionen für Wasserstoff entwickeln und sicherstellen, dass die Mittel gerecht auf die verschiedenen Regionen verteilt werden.

Zudem fordert der AdR, den Haushalt der Europäischen Wasserstoffbank durch zusätzliche Gelder aus dem Emissionshandelssystem und anderen EU-Finanzierungsprogrammen sowie durch nationale Mittel aufzustocken. Es gilt, Anreize für eine größere Marktverbreitung zu schaffen, eine wirksame Beteiligung kleinerer Unternehmen und KMU zu ermöglichen und Industriesektoren, in denen die Kosten des Übergangs höher sein werden, besser zu unterstützen. Er betont, dass die lokale und regionale Erzeugung und Nutzung von erneuerbarem Wasserstoff unbedingt gefördert werden muss, auch im Geiste des Konzepts der Wasserstofftäler, das auf die Schaffung von Innovationsclustern auf der Grundlage von Wasserstoff abzielt. Schätzungen zufolge könnten in der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette bis 2030 eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Zitate:

Matthias Wunderling-Weilbier(DE/SPE),Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung, sagte: "Unsere Hydrogen Valleys benötigen einen klaren Rahmen für den Markthochlauf mit grünem Wasserstoff. Dazu benötigen sie drei Dinge: 1. die Unterstützung durch die nun startende Europäische Wasserstoffbank. 2. die zügige Vorlage der versprochenen Roadmap für die Hydrogen Valleys durch die EU-Kommission. Und 3. einen Ausgleich für die Regionen, die beim Import und der Verteilung von Wasserstoff Verantwortung für die Zukunft der europäischen Energieversorgung übernehmen."

Josef Frey (DE/Grüne), Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, fügte hinzu: "Erneuerbarer Wasserstoff hat großes Potential für die zukünftige Energieversorgung der EU. Wir sollten ihn jedoch nur dort einzusetzen, wo eine vollständige Elektrifizierung nicht möglich und er wirtschaftlich darstellbar ist. Denn die direkte Verwendung von grünem Strom ist doppelt so effizient als der Umweg über die wasser- und stromintensive Wasserstoffherstellung."

Weitere Informationen:

Letzte Woche startete die Europäische Kommission offiziell die erste Pilotauktion über 800 Mio. EUR im Rahmen der Europäischen Wasserstoffbank. Bieter können sich nun bewerben, eine Entscheidung über die erfolgreichen Projekte wird bis April 2024 erwartet. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine zweite Auktion der Europäischen Wasserstoffbank für Frühjahr 2024 mit einem Budget von 2,2 Mrd. EUR angekündigt. Das ist nahezu das Dreifache des Budgets der laufenden Pilotauktion, womit die von Präsidentin von der Leyen erstmals in ihrer Rede zur Lage der Union 2022 zugesagten 3 Mrd. EUR erreicht werden.

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