Pressemitteilung

Halbleiter: Die Strategie der EU muss auf Mittel zur Deckung des regionalen industriellen Bedarfs ausgerichtet sein

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Dirk Panter: "Ohne Halbleiter fehlt eine digitale Schlüsseltechnologie in kritischen Sektoren wie Automobil, Telekommunikation, Verteidigung, Energie und KI."

Halbleiter sind für die europäische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung und treiben Schlüsseltechnologien voran, die die Wettbewerbsfähigkeit und den ökologischen und digitalen Wandel vorantreiben. Die jüngsten globalen Störungen haben deutlich gemacht, dass eine widerstandsfähige europäische Halbleiter-Wertschöpfungskette dringend erforderlich ist. In Anerkennung der Tatsache, dass die Regionen die Motoren für Innovation und industrielles Fachwissen sind, hielt die Allianz der Europäischen Halbleiterregionen (ESRA) am 3. Juli ihre jährliche Generalversammlung im Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR) ab und forderte eine stärkere regionale Rolle bei der Gestaltung der Halbleiterstrategie der EU. 

Zusammen mit 35 europäischen Regionen der Allianz, Branchenexperten und institutionellen Partnern nahm die ESRA ein umfassendes Positionspapier an, in dem klare Forderungen formuliert werden, die europäischen Regionen an die Spitze der Bemühungen um den Aufbau eines florierenden Halbleiter-Ökosystems zu stellen, insbesondere wenn das europäische Chip-Gesetz überarbeitet werden soll und Verhandlungen über den nächsten langfristigen EU-Haushalt im Gange sind. Die Teilnehmer betonten, dass die Regionen nicht nur Industriecluster und Forschungseinrichtungen beherbergen, sondern auch wichtige Mittler, die in der Lage sind, die Ambitionen der EU mit den lokalen Gegebenheiten in Einklang zu bringen. 

In dem angenommenen Positionspapier wird ein ortsbezogener Ansatz gefordert, der regionale Halbleiterökosysteme in ganz Europa verbindet und verstärkt. Die Regionalpolitiker bestanden darauf, dass die künftige EU-Finanzierung die lokalen Stärken widerspiegeln, die interregionale Zusammenarbeit fördern und kleine und mittlere Unternehmen und Start-ups besser in die breitere Wertschöpfungskette integrieren muss. Durch die Nutzung von Clustern und lokalen Lieferketten können die Regionen Innovationen schneller und effektiver vorantreiben und Europa für strategische Investitionen in die Hightech-Fertigung und neue Technologien attraktiver machen. 

Die Regionen betonten ferner, dass strategische Investitionen transparenter, schneller zu genehmigen und besser mit lokalen Ökosystemen verknüpft sein müssen, und forderten eine direkte EU-Kofinanzierung neben nationalen Ressourcen und eine stärkere regionale Beteiligung, um sicherzustellen, dass Investitionen den lokalen Bedürfnissen entsprechen und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten aufbauen. Sie erkannten an, dass die technologische Führungsrolle von qualifizierten Arbeitskräften abhängt, und wiesen im Positionspapier darauf hin, dass die Lücke bei den Halbleiterkompetenzen in Europa dringend geschlossen werden muss. Die Allianz forderte daher mehr Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung, während die Regionen darauf abzielen, die grenzüberschreitende Ausbildung zu fördern, die Verbindungen zwischen Industrie und Bildung zu stärken und globale Talente durch bessere Mobilität und lokale Infrastruktur anzuziehen. 

Zitate

Alberto Cirio (IT/EVP), Vorsitzender der ESRA und Präsident der Region Piemont: „Die Regionen sind wichtige Akteure bei der Gestaltung der technologischen Zukunft Europas. Als Vorsitzende setzt sich die Region Piemont für die Stärkung der territorialen Zusammenarbeit und die Förderung der strategischen Autonomie durch Innovation, Investitionen und eine gemeinsame Vision für ein wettbewerbsfähiges und widerstandsfähiges Europa ein. ESRA-Regionen machen mehr als 50 % des BIP der EU aus, was eindeutig bedeutet, dass wir gemeinsam stärker sind und ein entscheidender Partner für die europäischen Institutionen sind.“ 

Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz Sachsens: „Die derzeitigen handelspolitischen und geopolitischen Herausforderungen zeigen deutlich, wie wichtig Allianzen sind, insbesondere in der vollständig globalisierten Halbleiterindustrie. Ohne Halbleiter fehlt eine digitale Schlüsseltechnologie in kritischen Sektoren wie Automobil, Telekommunikation, Verteidigung, Energie und KI. Ein zuverlässiger Zugang zu Chips sichert die industrielle Produktion und stärkt die Widerstandsfähigkeit Europas. Deshalb brauchen wir starke Regionen, die in der Lage sind, strategische Projekte vor Ort durchzuführen, eine schnellere europäische Entscheidungsfindung und effiziente Strukturen, die eine schnelle Umsetzung ermöglichen.“ 

Hintergrund

  • Die European Semiconductor Regions Alliance ist eine Allianz von 35 europäischen Regionen mit bewährten Halbleiterindustrien, einschließlich Zulieferern und starker Forschung und Entwicklung, die darauf abzielt, die Bedeutung der Halbleiterindustrie für die wirtschaftliche Entwicklung der europäischen Regionen, Länder und Europas insgesamt zu fördern. 

  • Die Allianz wird derzeit von der Region Piemont geleitet. Im November 2025 übernimmt Katalonien den Vorsitz der ESRA. Die ESRA wurde von der Region Sachsen im Jahr 2023 gegründet.  

  • Am 8. Februar 2022 schlug die Europäische Kommission ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung des Halbleiter-Ökosystems der EU – das Europäische Chip-Gesetz – vor. Ziel der Kommission ist es, den Marktanteil Europas bei der weltweiten Chipherstellung von derzeit nur 10 % auf bis zu 20 % bis 2030 zu erhöhen.   

Kontakt

Theresa Sostmann
Tel.: +32475999415
Theresa.Sostmann@cor.europa.eu  

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