Pressemitteilung

Regionen wollen eine sicherere Fahrradinfrastruktur, um die Dekarbonisierung des Verkehrs zu beschleunigen

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Eine stärkere Verbreitung des Fahrrads erfordert mehr Investitionen in die Sicherheit und eine effizientere Infrastruktur, einschließlich separater Radwege, strenger Geschwindigkeitsbegrenzungen und einer besseren Durchsetzung der Verkehrsregeln. Dies ist die wichtigste Empfehlung der Regionen und Städte, die in der von Arianna Censi (IT/SPE), stellvertretende Bürgermeisterin für Mobilität im Stadtrat von Mailand, ausgearbeiteten Stellungnahme enthalten ist, die auf der Plenartagung des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) am 17. April verabschiedet wurde. ‎

Lokale und regionale Entscheidungsträger begrüßten die Verabschiedung der Europäischen Erklärung zum Radverkehr durch die EU-Institutionen, mit der gemeinsame Leitlinien für die Förderung des Radverkehrs als wesentlicher Bestandteil der Bemühungen um die Dekarbonisierung der Verkehrssysteme in der EU festgelegt werden sollen. Sie betonten, dass zur Erreichung der EU-Klimaneutralitätsziele für 2025 die Anstrengungen auf städtische Gebiete konzentriert werden sollten, in denen 75 % der EU-Bevölkerung leben.

Eine weit verbreitete Nutzung des Fahrrads fördere eine gesunde Lebensweise, reduziere die Verkehrsüberlastung in städtischen Gebieten, verbessere den öffentlichen Raum und fördere den Zusammenhalt der Gemeinden, Regionen und Städte. Die mangelnde Sicherheit ist jedoch derzeit ein großes Hindernis. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist es unerlässlich, eine geeignete Infrastruktur für Radfahrer zu schaffen, u.a. eigene, von den Fahrspuren für Kraftfahrzeuge vollständig getrennte Radwege, sichere Geschwindigkeitsbegrenzungen und eine strikte Durchsetzung der Straßenverkehrsvorschriften. Die AdR-Mitglieder fordern die Europäische Kommission außerdem auf, die Umsetzung innovativer Radverkehrsinfrastrukturen im Rahmen von Horizont Europa zu finanzieren.

Die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung politischer Maßnahmen und der Entwicklung einer fahrradfreundlichen Infrastruktur. Ihre Beteiligung an der Entwicklung der künftigen Strategien der Europäischen Kommission für die Fahrradmobilität ist von entscheidender Bedeutung, um eine wirksame Umsetzung auf lokaler Ebene zu gewährleisten.

Multimodale Plattformen erleichtern den reibungslosen Übergang zwischen städtischen und vorstädtischen Verkehrssystemen und ermöglichen die Kombination verschiedener Verkehrsträger, einschließlich des Radverkehrs, auf einer bestimmten Strecke. Lokale und regionale Entscheidungsträger fordern eine Multi-Level-Governance und eine wirksame Zusammenarbeit zwischen nationalen Regierungen, lokalen und regionalen Behörden, Verkehrsunternehmen und anderen Akteuren, um effektive Lösungen für den multimodalen Verkehr zu entwickeln und zu stärken.

Die Regionen und Städte fordern eine Überprüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Radverkehr auf nationaler und europäischer Ebene, um indikative europäische Mindeststandards für die Gestaltung und Qualität der Radverkehrsinfrastruktur festzulegen, die die Sicherheit und die breite Nutzung des Fahrrads fördern. Sie betonen, wie wichtig es ist, Daten über den Radverkehr in städtischen Gebieten zu sammeln, um wirksame und angemessene öffentliche Maßnahmen zu formulieren.

Schließlich fordert der AdR die Kommunen und die zuständigen Behörden auf, die sichere Benutzung von Fahrrädern zu fördern und Kampagnen zur Sensibilisierung für die Straßenverkehrssicherheit durchzuführen. Der AdR fordert außerdem die Einführung eines europäischen autofreien Tages und eine größere Aufmerksamkeit für den Weltfahrradtag am 3. Juni.

Zitat:

Berichterstatterin Arianna Maria Censi (IT/SPE), Ministerin für Mobilität der Stadt Mailand, sagte: "In der Europäischen Erklärung zum Radverkehr geht es nicht nur um Fahrräder.Diese Erklärung ist ein Instrument und Ausdruck des Willens des Europäischen Ausschusses der Regionen und der Europäischen Union, die Gestaltung unserer Städte in der Zukunft zu verändern, die Verbindungen zwischen den Stadtzentren und den stadtnahen und ländlichen Gebieten zu erleichtern und den Europäern ein anderes Leben zu bieten, sowohl dem Einzelnen als auch der Gesellschaft als Ganzes."

Weitere Informationen:

Der Vorschlag für eine Europäische Erklärung zum Radverkehr wurde im Oktober 2023 von der Europäischen Kommission angenommen.

Am 3. April unterzeichneten das Europäische Parlament, die belgische EU-Ratspräsidentschaft und die Europäische Kommission die Europäische Erklärung zum Radverkehr.

Die Mobilität von morgen gestalten - Geschichten der Regionen und Städte - Video des Europäischen Ausschusses der Regionen

Kontakt:

Ângela Machado

Tel: +32 475 41 31 58 

Angela.Machado@cor.europa.eu