Pressemitteilung

Burgenland und Wien mit EU-Bio-Preis 2023 ausgezeichnet

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Hans-Peter Doskozil: “ Das Burgenland ist mittlerweile europaweit zum Vorreiter für eine nachhaltige und an Gesundheitsinteressen der Bevölkerung ausgerichtete Agrarpolitik geworden. "

Der Europäische Ausschuss der Regionen hat der österreichischen Stadt Wien für ihr weitreichendes ökologisches Konzept "vom Hof auf den Tisch" für die Einwohner und der Region Burgenland für die Umsetzung der Strategie "Bioland Burgenland" die Europäische Bio-Auszeichnung verliehen, mit der Spitzenleistungen entlang der Wertschöpfungskette des ökologischen Landbaus gefördert werden.

Die Preise werden gemeinsam von der Europäischen Kommission, dem Europäischen Ausschuss der Regionen, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, COPA-COGECA und IFOAM Organics Europe mit Unterstützung des Europäischen Parlaments und des Rates vergeben.

Als beste "Bio-Region" wurde die österreichische Region Burgenland ausgezeichnet. Das Burgenland ist durch die wissenschaftliche Umsetzung der Strategie "Bioland Burgenland" zu einem Vorbild in der Bio-Umstellungsszene geworden. Ein Hauptziel der Strategie ist es, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen bis 2027 auf 50 % zu erhöhen, was nicht weniger als das Doppelte des 25 %-Ziels der "Farm to Fork"-Strategie der EU bedeutet. Um dies zu erreichen, hat die Region einen Finanzierungsmechanismus für die ökologische Umstellung eingerichtet und beschlossen, den Anteil an ökologischen Lebensmitteln in regionalen Kantinen, Buffets, Kindergärten und Schulen auf 100 % zu erhöhen. Gleichzeitig hat die Region beschlossen, fruchtbare Böden zu schützen, in ökologische Ställe zu investieren, die Ausbildung junger Landwirte zu verbessern und auf ökologische Tierhaltung umzustellen.

Hans Peter Doskozil(AT/SPE), Landeshauptmann des Burgenlands und Mitglied im Ausschuss der Regionen, sagte am Rande der Veranstaltung: "Die Verleihung des EU-Biopreises als beste Anbauregion ist eine großartige Bestätigung der burgenländischen Biowende, die wir 2020 gegen teils heftigen Gegenwind eingeleitet haben. Das Burgenland ist damit mittlerweile nicht nur in Österreich, sondern europaweit zum Vorreiter für eine nachhaltige und an Gesundheitsinteressen der Bevölkerung ausgerichtete Agrarpolitik geworden. Die Verleihung dieses Preises ist eine Auszeichnung für alle, die diesen Weg mit uns gegangen sind - und ein Ansporn, diesen Kurs fortzusetzen und möglichst viele Landwirtinnen und Landwirte davon zu überzeugen."

Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf nahm die Auszeichnung in Brüssel entgegen und fügte hinzu: "Diese Auszeichnung motiviert uns, weiterhin nach den höchsten Standards der ökologischen Landwirtschaft zu arbeiten und unsere Bemühungen für eine gesündere Umwelt und nachhaltigere Lebensmittelproduktion fortzusetzen. Der Kauf von Bio-Produkten aus der Region verspricht beste Qualität und sichert zugleich zahlreiche heimische Arbeitsplätze, zu fairen Konditionen."

Die Auszeichnung "Beste Bio-Stadt" wurde an Wien verliehen. Die österreichische Hauptstadt hat ein weitreichendes ökologisches Konzept "vom Hof auf den Tisch" für ihre Einwohner entwickelt. Sie bewirtschaftet selbst rund 44.000 Hektar Wald und landwirtschaftliche Flächen. Die biologischen Agrarprodukte von diesen stadteigenen Feldern werden mit einer "Wiener Gusto"-Lebensmittelmarke gekennzeichnet und zu einem günstigen Preis an die Bevölkerung verkauft. Die Stadt Wien sorgt nicht nur für eine sichere Lebensmittelversorgung, sondern auch für leistbare und qualitativ hochwertige Bio-Lebensmittel für alle Einwohner. Darüber hinaus wird die lokale Wirtschaft über die regionale Wertschöpfungskette und die regionale Arbeitsplatzsicherung gestärkt. Die Stadt Wien bekennt sich mit diesem Projekt zur Unterstützung einer nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährungsweise. Darüber hinaus wird die Lebensqualität der Bevölkerung erhöht, ebenso wie das Feedback der Kunden, das sich entsprechend positiv darstellt.

Michael Ludwig (AT/SPE), Landeshauptmann und Bürgermeister von Wien und Mitglied im Ausschuss der Regionen, sagte am Rande der Veranstaltung: “Wir sind sehr stolz, dass die EU unser Herzensprojekt mit diesem besonderen Preis würdigt! Wiener Gusto bereichert die Lebensqualität in unserer Stadt um einen weiteren wichtigen Aspekt!“

Wiener Stadtrat Jürgen Czernohorszky fügte hinzu: “Mit ‚Wiener Gusto‘ ist Wien die einzige Großstadt mit Bio-Produkten aus eigener Produktion. Die Produkte sind 100 Prozent biologisch und aus regionaler Produktion und durch kurze Transportwege ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit unserer Stadt.“

Hintergrund:

Die Förderung des ökologischen Landbaus ist ein wichtiger Bestandteil des Europäischen Green Deals, der Strategie "Farm to Fork" und der Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen in der EU, die ökologisch bewirtschaftet werden, ist im Zeitraum 2012-2020 bereits um mehr als 50 % gestiegen, mit einem jährlichen Zuwachs von 5,7 %. Leider hat sich dieser positive Trend in den letzten Jahren in Verbindung mit einem Rückgang des Verbrauchs tendenziell abgeschwächt. In der aktuellen GAP sind in allen 28 GAP-Strategieplänen Mittel zur Förderung des ökologischen Landbaus vorgesehen. Auf EU-Ebene wird erwartet, dass im Jahr 2027 etwa 10 % der gesamten landwirtschaftlichen Fläche GAP-Mittel für den ökologischen Landbau erhalten werden, was einer Verdoppelung gegenüber 2020 entspricht. Dies ist zwar eine Verbesserung gegenüber dem vorangegangenen Programmplanungszeitraum, wird aber nicht ausreichen, um das Ziel zu erreichen, dass bis 2030 25 % der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden. Deshalb sollten die lokalen und regionalen Behörden ermutigt werden, noch mehr in diesen Sektor zu investieren, indem sie bewährte Verfahren auf EU-Ebene austauschen.

Die Liste aller europäischen Bio-Preisträger finden Sie hier.

Ansprechpartner(in):

Theresa Sostmann

Tel.: +32 475 999 415

Theresa.Sostmann@cor.europa.eu