Spain
Margarita PROHENS RIGO
Mitglied
President of the Balearic Islands Government
Barbara Novak: "Nachhaltigkeit im Tourismus ist für uns ein Leitprinzip."
Auf seiner Plenartagung am 10. Dezemberverabschiedete der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) eine Stellungnahme, in der er die Europäische Union aufforderte, die Art und Weise, wie der Tourismus in ganz Europa verwaltet wird, grundlegend zu überdenken. Unter der Leitung von Margarita Prohens Rigo (ES/EVP), Präsidentin der Regierungder Balearen,wird in der Stellungnahme eine EU-Strategie gefordert, die die Lebensqualität der Bewohner schützt, natürliche und kulturelle Vermögenswerte bewahrt und sicherstellt, dass der Tourismus ein echter Motor des gemeinsamen Wohlstands bleibt.
Mit über 551 Millionen Besuchern im Jahr 2024 ist Europa nach wie vor das wichtigste Reiseziel der Welt, aber viele Regionen stehen unter dem Druck der Überbelegung, des Wohnungsmangels, der Umweltauswirkungen und der überlasteten Dienstleistungen. Der AdR warnt davor, dass die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus nur dann nachhaltig sein werden, wenn die Nachfrage intelligent gesteuert, die territorialen Grenzen eingehalten und die Gemeinschaften in den Mittelpunkt der Entscheidungsfindung gestellt werden.
Der AdR begrüßt die Gelegenheit, einen Beitrag zur EU-Strategie für einen nachhaltigen Tourismus zu leisten, und fordert eine stärkere Rolle der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften bei der Gestaltung, Verwaltung und Regulierung ihrer Reiseziele. Die Regionen und Städte fordern die EU nachdrücklich auf, ihre institutionellen, finanziellen und technischen Kapazitäten zu stärken und gleichzeitig Schulungsprogramme für Tourismusmanager zu unterstützen. In der Stellungnahme wird betont, dass maßgeschneiderte Ansätze für Regionen mit außergewöhnlichen geografischen Bedingungen wie Inseln, Berggebiete, ländliche Gebiete und Gebiete in äußerster Randlage erforderlich sind. Diese Bereiche sollten gezielte Maßnahmen und Finanzmittel erhalten, um einen nachhaltigen und widerstandsfähigen Tourismus zu entwickeln, der den sozialen Fortschritt fördert.
Ferner werden die Auswirkungen unregulierter Kurzzeitmieten auf den Wohnungsbau, den sozialen Zusammenhalt und die öffentlichen Dienstleistungen hervorgehoben und eine wirksame Regulierung, Überwachung, Durchsetzung der EU-Vorschriften für den Datenaustausch und Beschränkungen für neue Genehmigungen gefordert.
Die lokalen und regionalen Entscheidungsträger betonen, dass dieTourismuspolitik mit dem ökologischen Wandel in Einklang gebracht werden muss. Dazu gehören Investitionen in multimodale und emissionsarme Mobilität, einen nachhaltigen Zugang zu Natur- und Kulturstätten, eine effiziente Anbindung von Inseln und abgelegenen Gebieten, strenge EU-weite Wassereffizienzstandards und Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in den Bereichen Energie, Wasser, Lebensmittel und Materialien.
Schließlich fordert der AdR die Europäische Kommission und den Rat nachdrücklich auf, die EU-Strategie für nachhaltigenTourismusin einen Aktionsplan mit klaren Ressourcen, Zeitplänen und Bewertungsmechanismen umzuwandeln. Er schlägt die Einsetzung eines Ausschusses für nachhaltigen territorialen Tourismus mit lokalen und regionalen Gebietskörperschaften, Sachverständigen und thematischen Netzen vor, um bewährte Verfahren auszutauschen und eine wirksame, ortsbezogene Umsetzung der Strategie sicherzustellen.
Zitat
Berichterstatterin Margarita Prohens Rigo (ES/EVP), Präsidentin der Regierung der Balearen: „Mit dieser Stellungnahme wollen wir einen entscheidenden Schritt unternehmen: Übergang vom Tourismusmanagement zu seiner Umgestaltung und Umwandlung in einen echten Verbündeten zur Korrektur von Ungleichgewichten, zur Steigerung der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit und zur Erzielung sozialer und territorialer Erträge. Denn der Tourismus der Zukunft wird nicht derjenige sein,der die meisten Besucher anzieht, sondern derjenige, der seinen Bürgern das größte Wohlbefinden bietet. Wir wollen, dass diese Stellungnahme zu einem Hebel für den Wandel wird, zu einem Hebel, auf den unsere Gebiete warten, den unsere Bürger verdienen und den Europa braucht.“
Barbara Novak (AT/SPE), Stadträtin der Wiener Landesregierung: "Nachhaltigkeit im Tourismus ist für uns ein Leitprinzip. In Wien setzen wir auf eine Strategie, die Wertschöpfung und Gästezufriedenheit sichert und zugleich die Lebensqualität der Wiener*innen schützt. Städte und Gemeinden müssen die Mittel und Möglichkeiten haben, um Kurzzeitvermietungen wirksam zu kontrollieren. Die Verordnung zum Datenaustausch mit den Plattformen ist ein erster Schritt, entscheidend ist nun die Umsetzung und vor allem auch Kooperationsbereitschaft der großen Plattformen. Nur so gelingt nachhaltiger Tourismus im Einklang mit der Bevölkerung."
Hintergrund
Das Europäische Parlament arbeitet derzeit einen Bericht mit dem Titel „Stärkung der Konnektivität, Erhaltung des Kulturerbes und Förderung lokaler Exzellenz im europäischen Tourismus – Destinationsmanagement und regionales Tourismuswachstum“ unter der Leitung von MdEP Daniel Attard (MT/S&D) und einen Bericht mit dem Titel „Rahmen für die Verbesserung der Verfügbarkeit und Sicherheit der Versorgung mit kritischen Arzneimitteln sowie der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Arzneimitteln von gemeinsamem Interesse“ unter der Leitung von MdEP Tomislav Sokol (HR/EVP) aus.
Kontakt
Hélène Dressen
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