Theresa Sostmann
theresa.sostmann@cor.europa.eu
Der AdR fordert solide Maßnahmen zum Schutz der lokalen Wirtschaft und der Erzeuger vor der neuen Zollpolitik der Vereinigten Staaten für europäische Lebensmittelerzeugnisse.
Lokale und regionale Vertreter haben die Europäische Union auf der Plenartagung des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) am 3. April nachdrücklich aufgefordert, Handelshemmnisse zu beseitigen und eine umfassende Strategie anzunehmen, die faire und gerechte Handelsbedingungen und regionale Widerstandsfähigkeit für einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen EU-Agrarsektor gewährleistet.
Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten teilen sich die weltweit größte Handels- und Investitionspartnerschaft, wobei der transatlantische Handel 2023 1,6 Billionen EUR erreichte, einschließlich eines starken Agrar- und Lebensmittelaustauschs. Allerdings könnten die neuen 20%-Zölle auf alle EU-Produkte, einschließlich Agrar- und Lebensmittelausfuhren der EU, die am 2. April angekündigt wurden, die Lieferketten in der EU erheblich stören, die Preise erhöhen und den europäischen Erzeugern schaden. Regionen wie die Emilia Romagna, Andalusien und das Elsass könnten durch die US-Zölle mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Risikenkonfrontiert sein und wichtige Exporte wie Käse, Olivenöl und Wein bedrohen.
In einer Debatte unter der Leitung von Jesús Ángel Garrido Martínez (ES/EVP) und François-Xavier Priollaud (FR/Renew Europe) brachten die Mitglieder des AdR ihre Besorgnis zum Ausdruck und forderten die Europäische Kommission auf, eine solide, einheitliche und verhältnismäßige Antwort zum Schutz der lokalen Wirtschaft undder Ernährungssouveränität der EU zugeben. Sie forderten Maßnahmen zur Förderung von Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit des Agrar- und Lebensmittelsektors.
Die Regionen und Städte nahmen ferner eine Stellungnahme von Carlos Mazon Guixot (ES/EVP), Präsident der Regierung von Valencia, an, in der eine ehrgeizige, robuste, offene und nachhaltige europäische Handelspolitik gefordert wird, die Drittlandsmärkte für EU-Unternehmen öffnet und gleichzeitig unlauteren Wettbewerb durch importierte Produkte verhindert. Er fordert die Europäische Kommission auf, in laufenden und künftigen Handelsabkommen der EU „Spiegelklauseln“ einzuführen, um die Einfuhrnormen an die Umwelt-, Pflanzenschutz- und Sicherheitsvorschriften der EU anzugleichen und faire Wettbewerbsbedingungen für die europäischen Erzeuger zu gewährleisten. Darüber hinaus werden die enormen Auswirkungen des Klimawandels auf die EU-Regionen hervorgehoben, die sich auf die regionale Wirtschaft und die landwirtschaftliche Produktion auswirken, insbesondere aufgrund von extremen Wasserbelastungen. Die Umsetzung nachhaltigerer Verfahren zur Bewirtschaftung der Wasserressourcen auf lokaler und regionaler Ebene ist von entscheidender Bedeutung.
Zur Stärkung der pflanzengesundheitlichen Sicherheit schlägt der AdR strengere Kontrollen nicht zugelassener Stoffe und eine engere Zusammenarbeit in der Forschung zur Prävention von Schädlingen und Krankheiten vor.
In Bezug auf Innovation betont der AdR die Bedeutung der Transparenz in der Lebensmittelversorgungskette und des Verbraucherschutzes und empfiehlt die Einführung der Blockchain-Technologie zur Zertifizierung und Überprüfung der Rückverfolgbarkeit von Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen und -praktiken sowohl innerhalb der EU als auch in Drittländern. Solche Maßnahmen würden das Vertrauen der Verbraucher stärken und gleichzeitig die Integrität des Binnenmarkts wahren.
Als weltweit größter Lebensmittelein- und -ausfuhrmarkt spielt die EU eine zentrale Rolle bei der Förderung des globalen Übergangs zu nachhaltigen, umweltverträglichen, sozial gerechten und widerstandsfähigen Lebensmittelsystemen. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit spricht sich der AdR dafür aus, die Handelspolitik mit den Klimazielen in Einklang zu bringen, dem Generationswechsel in der Landwirtschaft Vorrang einzuräumen, fairere Preise und Bedingungen für die Erzeuger zu gewährleisten, vereinfachte und flexiblere Vorschriften zu erlassen sowie Modernisierung und Innovation zu fördern.
Zitate
Berichterstatter Carlos Mazón Guixot (ES/EVP), Präsident der Regierung von Valencia: „In dieser Stellungnahme wird ein umfassender Ansatz befürwortet, der faire Handelspraktiken, robuste Pflanzenschutzmaßnahmen und die Unterstützung von Forschung, Innovation und dem Einsatz neuer Technologien im Dienste der Rentabilität, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft umfasst. Darüber hinaus zwingt uns der aktuelle Kontext, den möglichen Auswirkungen der US-Zölle auf unsere landwirtschaftlichen Produkte - wie Wein, Milchprodukte und Olivenöl - besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Deshalb fordern wir mit dieser Stellungnahme auch ein entschiedenes Vorgehen gegen diese ungerechtfertigten Hindernisse für den freien und fairen Handel. Wir müssen europäische Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher vor unfairen Tarifen schützen.“
Hintergrund
Ansprechpartner:
Theresa Sostmann
Tel.: +32475999415
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Spain
Mitglied
President of the Regional Government of Valencia
France
Mitglied
Vice-President of the Region of Normandy
Stellvertreter/-in
Director General for Funds and Relations with the European Union, Government of La Rioja