Pressemitteilung

Regionen und Städte drängen darauf, die Wohnungskrise vor Ort zu lösen

Auf dieser Seite

  • Verbraucherpolitik
  • Turism
  • Sozialschutz

Peter Florianschütz: " Wohnen muss immer leistbar sein und die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter berücksichtigen."

Europa leidet aufgrund von Verstädterung und durch die demografische Entwicklung unter einer Wohnungskrise, und den lokalen Gebietskörperschaften fällt es schwer, erschwinglichen Wohnraum bereitzustellen, während die Renovierungsquoten nach wie vor niedrig sind. Die Regionen und Städte fordern eine EU-Agenda für den Wohnungsbau und drängen auf eine bessere politische Koordinierung und finanzielle Unterstützung für Initiativen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus. Zu den Empfehlungen der Stellungnahme von Andres Jaadla (EE/Renew Europe), Mitglied des Stadtrats von Rakvere, die auf der Plenartagung des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) am 17. April verabschiedet wurde, gehört darüber hinaus eine nachhaltige Architektur.

Erschwinglicher Wohnraum

In den Regionen und Städten geben mehr als 10 % der Haushalte mehr als 40 % ihres Einkommens für Wohnraum aus, wobei die Mieten in der EU in den letzten zehn Jahren um 16 % und die Preise für Wohneigentum um 37 % gestiegen sind. In erster Linie sind es die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften, die für die Deckung des Wohnungsbedarfs und die Verwaltung großer Bestände an öffentlichen Gebäuden und öffentlichen Räumen verantwortlich sind. Besonders bei der Planung und Finanzierung spielen sie eine wichtige Rolle. Die AdR-Mitglieder fordern daher in der Stellungnahme, den Schwerpunkt erneut auf Initiativen für privaten, genossenschaftlichen, öffentlichen und sozialen Wohnungsbau zu legen. Auch bedarf es finanzieller Unterstützung, um die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften mit den notwendigen Instrumenten zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen auszustatten.

Wohnkostenüberbelastung hat nicht nur negative Folgen für die lokale und regionale Wirtschaft, sondern sie bremst auch die Mobilität innerhalb des Binnenmarktes, da Fachkräfte und Hochschulabsolventen davon abgehalten werden, dorthin zu ziehen, wo sich berufliche Möglichkeiten auftun. Daher plädieren die lokalen und regionalen Mandatsträger für die Einführung einer Wohnungsbauagenda für die Europäische Union und eine bessere Koordinierung zwischen der EU-Politik und den Maßnahmen der Mitgliedstaaten und ihrer regionalen und lokalen Gebietskörperschaften.

Intelligenter und nachhaltiger Wohnungsbau

Unzureichende Renovierungsquoten für Wohngebäude stellen ein immenses Problem für die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften dar, die Mühe haben, ein ausreichendes Angebot an erschwinglichem Wohnraum zu gewährleisten.

Die umfassende Sanierung von Wohngebäuden muss in der EU stärker berücksichtigt und unterstützt werden, indem sie durch mehr Anreize und finanzielle Unterstützung gefördert und gleichzeitig der Schutz vulnerabler Personen und Gruppen vor Zwangsräumungen gewährleistet wird.

Darüber hinaus betonten die AdR-Mitglieder, dass nachhaltige Architektur als Zukunftsmodell für die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden eine Priorität sein sollte, um Abfall und den Einsatz giftiger Materialien zu reduzieren und ein gesundes Lebensumfeld zu schaffen. Die Architektur müsse überdies in einen viel breiteren kulturellen Rahmen der Beziehung zwischen Mensch und Natur eingebettet werden. Der AdR plädiert auch dafür, dass der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für den Bau neuer Sozialwohnungen in europäischen Regionen genutzt wird.

Was die Kurzzeitvermietung angeht, fordern die Kommunal- und Regionalpolitiker mehr Unterstützung für ihre Bemühungen, die städtischen Zentren vor übermäßiger Touristifizierung zu schützen. Die Bedürfnisse der Bewohner, der Unternehmen und der Touristen müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, um die Lebensqualität der Stadtviertel zu erhalten und den wirtschaftlichen Nutzen des Tourismus zu maximieren.

Zitat:

Peter Florianschütz (AT/SPE), Mitglied des Wiener Landtags, sagte: "Wohnen muss immer leistbar sein und die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter berücksichtigen. In Wien leben rund 50 Prozent der Bevölkerung in öffentlichen oder geförderten Wohnungen. Der soziale Wohnbau steht für eine gerechtere Gesellschaft durch die Einbeziehung der mittleren und unteren Einkommensklassen. Dabei müssen wir alle – EU, Mitgliedstaaten, Städte, Gemeinden und Regionen – unsere Verantwortung wahrnehmen und die Voraussetzungen dafür schaffen."

Weitere Informationen:

Kontakt:

Theresa Sostmann

Tel.: +32 475 999 415

Theresa.Sostmann@cor.europa.eu