Hélène Dressen
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Vertreter der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften erörterten auf der Plenartagung des Ausschusses der Regionen (AdR) am 3. April eine Prospektivstellungnahme zum Europäischen Ozeanpakt unter der Leitung von Mätta Ivarsson (SE/Verts/ALE). In der Stellungnahme wird betont, dass eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften und Interessenträgern erforderlich ist, um vor der erwarteten Annahme des Pakts Mitte 2025 umfassende Meeresgesetze zu schaffen.
Die lokalen und regionalen Vertreter erkennen die zunehmenden geostrategischen Spannungen um die Ozeane an, die eine Bedrohung für die Küstengemeinden und die globale Stabilität darstellen, und fordern die EU nachdrücklich auf, ihre volle diplomatische Kapazität einzusetzen, um eine friedliche Konfliktlösung und internationale Zusammenarbeit zu fördern. Gleichzeitig unterstreichen die Regionen und Städte, dass die Ozeane für die CO2-Absorption, die biologische Vielfalt und den langfristigen wirtschaftlichen Wohlstand von Millionen von Menschen, insbesondere in Küsten- und benachteiligten Regionen, von wesentlicher Bedeutung sind. In Anerkennung der entscheidenden Rolle der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften (LRG) fordert der AdR ihre aktive Beteiligung an der Gestaltung des Pakts für die Ozeane neben der Zivilgesellschaft, den Unternehmen, der Wissenschaft und den nationalen Regierungen. Er plädiert für einen strukturierten Rahmen von Dialogen mit Interessenträgern auf allen Governance-Ebenen, in dem die Meerespolitik lokalen Besonderheiten Rechnung trägt, sowie für die Annahme einer maritimen Raumplanung, eines Ansatzes, der in der Lage ist, unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen, und der Nachhaltigkeit alternativer Ressourcennutzungen bei gleichzeitiger Bewältigung von Zielkonflikten auf lokaler Ebene.
Angesichts der schwerwiegenden Herausforderungen, die sich aus der Umweltzerstörung, dem Klimawandel und dem Verlust an biologischer Vielfalt ergeben, betonen die lokalen und regionalen Entscheidungsträger die Bedeutung des Schutzes der Ökosysteme, aber auch gezielte Investitionen zur Verbesserung der lokalen Anpassungskapazitäten. Der AdR bekräftigt ferner die entscheidende Rolle der Ozeane bei der Verwirklichung der Ziele des europäischen Grünen Deals, insbesondere im Hinblick auf die Kreislaufwirtschaft und biobasierte Meeresinnovationen, und bei der Gewährleistung der langfristigen Ernährungssouveränität der EU. Um dies zu unterstützen, fordert der AdR die Europäische Kommission auf, spezielle Mittel für Forschung, nachhaltige Initiativen der blauen Wirtschaft und die Wiederherstellung von Meeresökosystemen zu mobilisieren.
Zitat
Berichterstatterin Mätta Ivarsson (SE/Verts/ALE), Mitglied des Kreisrates der Region Skåne: „Die Ozeane werden letztlich entscheiden, ob wir der Menschheit eine lebenswerte Zukunft sichern können. Sie regulieren unser Klima, erhalten die biologische Vielfalt und unterstützen Millionen von Lebensgrundlagen. Sie stehen jedoch unter zunehmendem Druck und gefährden Küstengemeinden, maritime Industrien und Meeresökosysteme. Der EU-Ozeanpakt ist eine wichtige Gelegenheit, das Blatt zu wenden, und wir unterstützen es, ihn zu einem starken und wirksamen Instrument zum Schutz unserer Meere zu machen.“
Hintergrund
Video und Fotos von der Sitzung.
Diese Stellungnahme ist eine Reaktion auf die von der Europäischen Kommission am 20. Januar 2025 veröffentlichte Aufforderung zur Stellungnahme zur Gestaltung des Europäischen Ozeanpakts, einer politischen Initiative, die darauf abzielt, eine nachhaltige Meeresbewirtschaftung zu fördern und die Gesundheit, Widerstandsfähigkeit und Produktivität der Ozeane und damit den Wohlstand der Küstengemeinden der EU sicherzustellen. Der Pakt wurde von Präsidentin von der Leyen in ihren politischen Leitlinien für die nächste Europäische Kommission (2024-2029) angekündigt.
Der AdR wird auf der Ozeankonferenz 2025 der Vereinten Nationen, die vom 9. bis 13. Juni in Nizza (Frankreich) stattfindet, sowie auf der Sonderveranstaltung „OceanRise & Coastal Resilience Summit“vertreten sein.
Kontakt
Hélène Dressen
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Sweden
Stellvertreter/-in
Member of County Council, Skåne Region