Pressemitteilung

Österreichisch-italienische Region erhält europäischen Preis für die Verbesserung des grenzüberschreitenden Notrufdienstes

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Der EVTZ „Euregio Senza Confini“ ist der Gewinner der Ausgabe 2026 des Preises „Building Europe across borders“, der alle zwei Jahre vom Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR) für Maßnahmen verliehen wird, die von Europäischen Verbünden für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) durchgeführt werden. Die Preisverleihung fand am 10. Juni in Brüssel statt.

In Grenzgebieten ist es entscheidend, den nächstgelegenen Rettungsdienst schnell zu erreichen, um Verzögerungen zu vermeiden und Leben zu retten. Bis 2024 wurden Anrufe unter der Notrufnummer 112 in der Grenzregion zwischen Kärnten (Österreich) und Friaul-Julisch Venetien und Veneto (Italien) nicht immer an die zuständige Leitstelle weitergeleitet. Aufgrund unbeabsichtigten Roamings wurden einige Anrufe in das falsche Land weitergeleitet, was Rettungsmaßnahmen verzögerte. Um dieses Problem zu beheben, haben die Landesregierung Kärnten und die Regionen Friaul-Julisch Venetien und Veneto im April 2025 das ursprünglich 2014 im Rahmen des EVTZ „Euregio Senza Confini“ unterzeichnete Katastrophenschutzabkommen aktualisiert.

Die Koordinierung durch die EVTZ ermöglichte die Einführung eines innovativen Systems zur direkten und automatisierten Weiterleitung von Anrufen zwischen der 112-Leitstelle in Friaul-Julisch Venetien und denen in Kärnten, was konkrete und bedeutende Auswirkungen hatte. Im ersten Jahr wurden 75 Anrufe bearbeitet, auch dank des rund um die Uhr aktiven Dolmetschdienstes in 17 Sprachen, der die Zugänglichkeit verbessert. Die Vereinbarung gewährleistet eine stabile Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Gebieten und gilt bis 2035.

Das Projekt wurde von der Jury als bemerkenswertes Beispiel für europäische Integration im Bereich eines für die Sicherheit der Bürger unverzichtbaren Dienstes ausgezeichnet, das als übertragbares Modell in anderen grenzüberschreitenden Kontexten dienen kann, um die Notfallsysteme in der EU zu stärken und die Widerstandsfähigkeit der Grenzregionen zu erhöhen.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der zweitägigen Jahrestagung der European Cross-Border Platform (ECBP) statt, auf der Experten und politische Entscheidungsträger aus Grenzregionen über die Bedürfnisse und das Potenzial von Grenzgebieten, deren Bürgern und grenzüberschreitenden Einrichtungen diskutierten. Die vom AdR und CESCI gemeinsam organisierte Veranstaltung stand auch im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums der EVTZ, der ersten Strukturen für die Zusammenarbeit öffentlicher Behörden mit eigener Rechtspersönlichkeit, die nach EU-Recht gegründet wurden.

Zitate

Daniel Fellner (AT/SPE), Landeshauptmann von Kärnten: "Ich freue mich sehr über den „Building Europe across borders“-Preis für unser „Grenzüberschreitendes Zivilschutzabkommen“ des EVTZ Euregio Senza Confini. Diese Auszeichnung ist eine wertvolle Anerkennung unserer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und zeigt, was möglich ist, wenn Regionen über Grenzen hinweg vertrauensvoll gemeinsam an Lösungen für die Menschen arbeiten. Mein herzlicher Dank gilt allen Partnerinnen und Partnern, die mit ihrem Engagement zu diesem Erfolg beigetragen haben."

Riccardo Riccardi, Regionalrat für Zivilschutz in Friaul-Julisch Venetien: „Diese Auszeichnung ist für uns ein Grund zu großer Zufriedenheit, da sie eine konkrete Arbeit würdigt, die im Laufe der Jahre durch solide institutionelle Beziehungen aufgebaut wurde. Europa beweist, dass es den Menschen nahe sein kann, wenn es gelingt, die Zusammenarbeit zwischen den Regionen in effektivere Dienstleistungen und eine bessere Reaktionsfähigkeit bei Notfällen umzusetzen.“

Elisa Venturini, Beigeordnete für Zivilschutz der Region Veneto: „Für Veneto ist dieses Ergebnis die Anerkennung einer Arbeitsweise, bei der Effizienz, Schnelligkeit und Koordinationsfähigkeit im Mittelpunkt stehen. Notfälle erfordern schnelle und organisierte Reaktionen: sich auf gemeinsame Verfahren und einen ständigen Dialog zwischen den operativen Strukturen verlassen zu können, bedeutet, den Gemeinden, die in diesen Gebieten leben und sich dort täglich bewegen, einen besseren Dienst zu bieten.“

Weitere Informationen

  • Bilder der Preisverleihung.
  • Der AdR hat 2016 den Preis „Building Europe across Borders“ für EVTZ ins Leben gerufen und vergibt ihn seitdem alle zwei Jahre. Weitere Informationen zum Preis.
  • EVTZ ermöglichen es Regionen und Städten, Verbänden oder anderen öffentlichen Einrichtungen aus verschiedenen Mitgliedstaaten, sich zu einer neuen Einheit zusammenzuschließen, um die territoriale Zusammenarbeit auf strukturierte Weise zu fördern. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Wirtschaftswachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen sowie beim Umwelt- und Naturschutz. Der AdR führt das offizielle Register der derzeit 86 aktiven EVTZ.
  • EVTZ stehen öffentlichen Einrichtungen aus Nicht-EU-Ländern offen. Ein erster EVTZ mit ukrainischer Beteiligung wurde 2015 gegründet, weitere sind in Vorbereitung.

Kontakt

Matteo Miglietta
Tel. +32 470895382
Matteo.Miglietta@cor.europa.eu

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