France
Thibaut GUIGNARD
Mitglied
Municipal Councillor of Ploeuc-l’Hermitage
Die lokalen und regionalen Entscheidungsträger teilten mit Kommissionsmitglied Kadis ihre Besorgnis darüber, dass Kürzungen die Küstengemeinden und die Ernährungssicherheit schwächen würden.
In einer Debatte mit dem für Fischerei und Ozeane zuständigen Kommissionsmitglied Costas Kadis forderte der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) am 1. Juli, dass die EU-Mittel für Fischerei, Aquakultur und Küstengemeinden mindestens auf dem derzeitigen Niveau gehalten werden. Die lokalen und regionalen Entscheidungsträger warnten davor, dass die vorgeschlagene Verringerung der Mittel im Rahmen des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) für den Zeitraum 2028-34 die Widerstandsfähigkeit der Küstenregionen untergraben und die Fähigkeit des Sektors einschränken könnte, zu den Umwelt-, Klima- und Energiezielen der EU beizutragen.
Auf der AdR-Plenartagung betonten die AdR-Mitglieder, dass Fischerei und Aquakultur für viele Küsten-, Insel- und Gebiete in äußerster Randlage der EU wirtschaftlich, sozial und kulturell von entscheidender Bedeutung sind, da sie Arbeitsplätze, die Lebensmittelerzeugung, die verarbeitende Industrie, die Logistik und den Tourismus unterstützen und gleichzeitig die lokale Identität wahren, das kulturelle Erbe bewahren und zur Ernährungssouveränität Europas beitragen. Im Hinblick auf die Umsetzung der Politik sind die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften bereit, eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung der Ziele der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) und des Meerespakts zu spielen, und zwar durch Fischerei- und Aquakulturmanagement, Innovation, Ausbildung, Küstenentwicklung und die Durchsetzung der Fischerei- und Umweltvorschriften, um sicherzustellen, dass die Politik wirksam auf die territorialen Gegebenheiten und die Bedürfnisse der Küstengemeinden eingeht.
In diesem Zusammenhang bedauert der AdR, dass die vorgeschlagene Mittelzuweisung für Fischerei und Aquakultur unter den Politikbereichen der EU im nächsten MFR am stärksten zurückgegangen ist. In der Stellungnahme unter der Leitung von Thibaut Guignard (FR/EVP), Bürgermeister von Ploeuc-l'Hermitage, wird daher ein garantierter zweckgebundener Haushalt gefordert, der mindestens dem derzeitigen Programmplanungszeitraum entspricht. In der Stellungnahme wird auch ein eigenes Kapitel über Fischerei und Aquakultur im Rahmen der nationalen und regionalen Partnerschaftspläne (NRPP) gefordert, um die Sichtbarkeit und Autonomie der GFP zu wahren. Um sicherzustellen, dass der künftige Finanzierungsrahmen für alle Gebiete gilt, fordert der Ausschuss eine Ex-ante-Territorialbewertung seiner sozioökonomischen Auswirkungen, mit besonderem Augenmerk auf abgelegene Gebiete, Inseln und Gebiete in äußerster Randlage.
Darüber hinaus warnt die Stellungnahme vor der Gefahr eines erheblichen Rückgangs des Sektors und betont, dass ökologische Nachhaltigkeit und sozioökonomische Resilienz Hand in Hand gehen müssen. Die GFP muss über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um dringende Herausforderungen wie den Klimawandel, den Verlust an biologischer Vielfalt und die Verschmutzung der Meeresökosysteme sowie den Generationswechsel bewältigen zu können. In der Stellungnahme werden auch mehr Investitionen in die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Dekarbonisierung, die Modernisierung der Flotte und Innovationen sowie eine stärkere Unterstützung der kleinen Küstenfischerei, hochwertige Arbeitsplätze, sicherere Arbeitsbedingungen und die Gleichstellung der Geschlechter gefordert.
Schließlich fordern die lokalen und regionalen Entscheidungsträger eine systematische Einbeziehung in die Gestaltung, Umsetzung und Überwachung der Fischerei- und Meerespolitik im Einklang mit den Grundsätzen der Multi-Level-Governance.
Zitate
AdR-Berichterstatter Thibaut Guignard (FR/EVP), Bürgermeister von Ploeuc-l’Hermitage: „Fischerei und Aquakultur sind für die EU strategische Sektoren, die für die Gewährleistung der Ernährungssicherheit, des territorialen Zusammenhalts und der Entwicklung der Küstengemeinden von wesentlicher Bedeutung sind. Im Europäischen Ausschuss der Regionen fordern wir eine starke, stabile und gezielte finanzielle Unterstützung der Gemeinsamen Fischereipolitik, um alle sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen des Sektors anzugehen. Wir unterstützen auch den Generationswechsel und die Stärkung von von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Ansätzen für die lokale Entwicklung sowie die Schlüsselrolle der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften beim Aufbau einer wirklich nachhaltigen Zukunft für die europäische Fischerei.“
Costas Kadis, EU-Kommissar für Fischerei und Ozeane: „Die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften sind wichtige Partner bei der Gestaltung und Umsetzung der Gemeinsamen Fischereipolitik, des Europäischen Meerespakts und der Meeres- und Aquakulturpolitik der Union vor Ort. Wenn wir mit dem MFR vorankommen, brauchen wir einen Finanzierungsrahmen, der den Küstengemeinden dabei hilft, innovativ zu sein und widerstandsfähig und wettbewerbsfähig zu bleiben. Um dies zu erreichen, müssen wir die neue Haushaltsarchitektur in vollem Umfang nutzen, um die verfügbaren Mittel zu maximieren. Eine starke Rolle für die Regionen wird entscheidend sein, um diese Ambitionen in greifbare Ergebnisse umzuwandeln.“
Hintergrund
Kontakt:
Hélène Dressen
Tel.: +32 471 50 27 95
France
Mitglied
Municipal Councillor of Ploeuc-l’Hermitage
Sweden
Stellvertreter/-in
Member of County Council, Skåne Region