Pressemitteilung

Europäischer Ausschuss der Regionen und die Schweizer Konferenz der Kantonsregierungen schmieden strukturierte Kooperationspartnerschaft

Auf dieser Seite

  • Kohäsionspolitik
  • Grenzübergreifende und territoriale Zusammenarbeit
  • Territorialer Zusammenhalt
  • Außenbeziehungen, Erweiterung und Nachbarschaftspolitik

Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) und die Schweizer Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) haben am 2. Juli 2026 auf der AdR-Plenartagung eine Absichtserklärung unterzeichnet. 

Die Absichtserklärung schafft eine strukturierte Plattform für den hochrangigen politischen Dialog zwischen den Regionen und Städten Europas und der Schweiyer Kantonen. Die Einigung baut auf der AdR-Stellungnahme zur Stärkung der territorialen Dimension der Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz auf, die vom Berichterstatter Matteo Luigi Bianchi (IT/EKR) erarbeitet wurde.

Die Absichtserklärung beruht auf gemeinsamen Werten: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Föderalismus, Dezentralisierung und Subsidiarität. Auf dieser Grundlage wird das Ziel festgelegt, einen gemeinsamen Rahmen für die frühzeitige Erörterung politischer und legislativer Entwicklungen in der EU und der Schweiz zu schaffen, einschließlich EU-Programmen, -Strategien und -Politiken von gemeinsamem Interesse und ihrer regionalen und lokalen Auswirkungen. Beide Seiten streben auch einen Meinungsaustausch über die Angelegenheiten der EU und der Schweiz aus der Sicht der Regionen, Städte und Kantone sowie den Austausch bewährter Verfahren an.

Bereiche der Zusammenarbeit

Das Dokument legt die Bereiche fest, in denen beide Seiten zusammenarbeiten werden. Diese reichen von der Multi-Level-Governance über die Freizügigkeit und den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt, die regionale Entwicklung, insbesondere in Grenzgebieten, bis hin zu Verkehr und Mobilität, Innovation und Forschung sowie Lebensmittelsicherheit und -gesundheit. Sie decken auch den Katastrophenschutz, die Umwelt, die biologische Vielfalt, die Anpassung an und die Eindämmung des Klimawandels sowie den Energiebereich ab.

Herzstück der Absichtserklärung ist ein jährliches Treffen, das abwechselnd in der EU und in der Schweiz stattfinden soll. Die Partner werden auch gemeinsame Empfehlungen und Erklärungen abgeben sowie nach Möglichkeiten suchen, in multilateralen Foren gemeinsam zu handeln. Sie werden Informationen, Fachwissen und bewährte Verfahren austauschen. An der Jahrestagung werden die politische Führung des AdR, der Präsident der KdK und eine Reihe von Vertreterinnen und Vertreter der kantonalen Regierung teilnehmen. 

Zitate

Kata Tüttő (HU/SPE), AdR-Präsidentin und Mitglied des Stadtrates von Budapest: „Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Regionen und Städten Europas und den Schweizer Kantonen. Durch eine engere Zusammenarbeit können wir gemeinsame Herausforderungen besser bewältigen, insbesondere bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, der Bewältigung von Übergängen und der Förderung einer kohärenten, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen territorialen Entwicklung, und so neue Chancen für unsere Bürgerinnen und Bürger schaffen.“

Markus Dieth, Mitglied der Kantonsregierung Aargau und Präsident der KdK: „Geographisch gesehen ist Europa für die Schweizer Kantone nicht weit entfernt. Europa beginnt oft nur wenige Kilometer weiter – manchmal auf der anderen Seite einer Brücke, eines Bahnhofs oder einer gemeinsamen Grenze. Mit der Absichtserklärung, die wir heute unterzeichnen, wollen wir auch unsere politischen Beziehungen durch Dialog stärken. Wir schaffen einen pragmatischen politischen Rahmen für regelmäßige Kontakte, thematischen Austausch und ein besseres gegenseitiges Verständnis.“

Matteo Luigi Bianchi (IT/EKR), Mitglied der lokalen Exekutive von Morazzone und Berichterstatter für die Stellungnahme „Verbesserung der territorialen Dimension der Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz“: „Als Berichterstatter habe ich gesehen, wie stark sich beide Seiten dafür einsetzen, die territoriale Dimension der Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz zu vertiefen. Die Absichtserklörung ist ein konkretes Ergebnis dieses gemeinsamen Ehrgeizes. Durch die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen europäischen Regionen, Städten und Schweizer Kantonen schaffen wir einen strukturierten Rahmen, um gemeinsame grenzüberschreitende Herausforderungen anzugehen und greifbare Vorteile für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und lokale Gemeinschaften zu erzielen.“

Hintergrund  

  • Das Abkommen spiegelt die engen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen den europäischen Regionen und den Schweizer Kantonen wider, die bereits in vielen Fällen durch Kooperationsstrukturen wie Arge-Alp, die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP), die Internationale Bodenseekonferenz, die Arbeitsgemeinschaft Regio Insubrica, die institutionellen Strukturen der trinationalen Oberrheinregion und diversen europäischen Gruppierungen der territorialen Zusammenarbeit (EVTZ) verstärkt wurden.
  • Die Konferenz der Kantonsregierungen ist die politische Plattform der 26 Kantonsregierungen der Schweiz. Sie koordiniert und vertritt die gemeinsamen Interessen der Kantone, insbesondere dort, wo kantonale Zuständigkeiten von Entwicklungen in der Bundes- oder Europapolitik betroffen sind.

Kontakt

Víctor Moreno Morales de Setién
Tel: +32 475999662
victor.morenomoralesdesetien@cor.europa.eu

Kontakt

Mitglieder