Ângela Machado
angela.machado@cor.europa.eu
Robert Hergovich: "Hochwertige Arbeitsplätze sind entscheidend für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Regionen in Europa."
Während einer Debatte am 14. Oktober mit Roxana Mînzatu, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für soziale Rechte, Kompetenzen, hochwertige Arbeitsplätze und Vorsorge, forderten die lokalen und regionalen Entscheidungsträger im nächsten EU-Haushalt bessere Ressourcen und Finanzmittel für die Umsetzung der Strategie der Union der Kompetenzen, einer Schlüsselinitiative im Rahmen der europäischen Säule sozialer Rechte. In einer begleitenden Stellungnahme unter der Leitung von Emil Boc (RO/EVP), Bürgermeister der Gemeinde Cluj-Napoca, betonten Mitglieder des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR), dass Investitionen in Kompetenzen der stärkste Motor der Wettbewerbsfähigkeit der EU sind.
Die Europäische Versammlung der Kommunal- und Regionalpolitiker forderte eine einfachere, leichter zugängliche und besser koordinierte EU-Finanzierung im neuen langfristigen EU-Haushalt (2028-2034) und die Anerkennung der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften als unverzichtbare Partner bei der Umsetzung der Strategien der Union der Kompetenzen und der sozialen Inklusion in allen EU-Regionen. Sie betonten, dass sich die Kompetenzunion und die Armutsbekämpfungsstrategie gegenseitig verstärken sollten, da die Stärkung der Kompetenzen der Bürgerinnen und Bürger die Beschäftigung fördert und Armut und soziale Ausgrenzung bekämpft.
Im Anschluss an die Debatte mit Kommissionsmitglied Mînzatu nahmen die Kommunal- und Regionalpolitiker die Stellungnahme zur Strategie der Union der Kompetenzen an und betonten ferner, dass Investitionen in Kompetenzen von entscheidender Bedeutung für die Widerstandsfähigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und den Zusammenhalt Europas sind, insbesondere in ländlichen, abgelegenen und weniger entwickelten Regionen. Sie bekräftigten die entscheidende Rolle der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften bei der Anpassung der Bildung an die lokalen Bedürfnisse und forderten einen strukturierten Dialog mit den EU-Institutionen, um sicherzustellen, dass die EU-Politik den lokalen Gegebenheiten Rechnung trägt.
Die Mitglieder des AdR betonten, dass die allgemeine und berufliche Bildung durch höhere Investitionen in MINT-Kompetenzen, Digitalisierung und berufliche Bildung modernisiert und gleichzeitig der Mangel an Lehrkräften behoben werden muss. Sie forderten starke Partnerschaften mit Unternehmen und Hochschulen, um regionale Kompetenzökosysteme aufzubauen, die Innovation fördern und Talente binden.
Darüber hinaus plädierte der AdR für maßgeschneiderte Strategien zur Integration schutzbedürftiger Gruppen in den Arbeitsmarkt sowie für eine stärkere Unterstützung des arbeitsplatzbasierten und lebenslangen Lernens. Die Mitglieder betonen, dass eine bessere Anerkennung von Qualifikationen in ganz Europa und eine datengestützte Kompetenzpolitik von wesentlicher Bedeutung sind, um die Arbeitskräfte Europas auf künftige Herausforderungen vorzubereiten.
Die europäische Säule sozialer Rechte bildet den Rahmen der EU für die Förderung sozialer Gerechtigkeit, fairer Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit. Die Strategie der Union der Kompetenzen, die in diesem Jahr von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde, ist eine ihrer wichtigsten Prioritäten und zielt darauf ab, die Bürgerinnen und Bürger mit den für den ökologischen und digitalen Wandel erforderlichen Kompetenzen auszustatten. Die Herausforderungen sind erheblich. Nur 37 % der Erwachsenen nahmen 2023 an Schulungen teil, was unter dem Zielwert von 60 % für 2030 liegt, und der Fachkräftemangel nimmt in einer Zeit weiter zu, in der die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft und 3,5 Millionen Arbeitsplätze in der gesamten EU nach wie vor nicht besetzt sind.
Zitate:
Kata Tüttő, Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen: „An zu vielen Orten haben lokale Unternehmen Schwierigkeiten, die richtige Person mit den richtigen Fähigkeiten einzustellen. Ich freue mich zu sehen, dass die Union der Kompetenzen es Arbeitnehmern erleichtern wird, sich in der EU zu bewegen, indem Diplome stärker anerkannt und Rechte übertragen werden, während gleichzeitig ihre Möglichkeiten an ihrem eigenen Ort gestärkt werden, indem der Erwerb grundlegender Kompetenzen, die Umschulung und ihre Bereitschaft, sich der grünen und der digitalen Wirtschaft anzuschließen, gestärkt werden. Bei der Wettbewerbsfähigkeit kann es sich nicht nur um einige wenige Hightech-Hubs handeln, sondern sie muss sich auf ein solides soziales und wirtschaftliches Gefüge in allen Regionen der EU stützen.“
Roxana Mînzatu, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für soziale Rechte und Kompetenzen, hochwertige Arbeitsplätze und Vorsorge: „Die Menschen erwarten Taten – und das bedeutet, dass soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt jeder Entscheidung stehen muss, die wir treffen. Qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, Bildung, Qualifikationen und eine starke soziale Integration müssen unsere Prioritäten sein. Dies sind die Faktoren, die ein wettbewerbsfähiges und von Zusammenhalt geprägtes Europa voranbringen, das echte Ergebnisse und Chancen für alle seine Bürgerinnen und Bürger bietet.“
Robert Hergovich (AT/SPE), Abgeordneter des Burgenländischen Landtags: "Hochwertige Arbeitsplätze sind entscheidend für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Regionen in Europa. Am europäischen Arbeitsmarkt findet derzeit ein echter Paradigmenwechsel statt. Die Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt massiv, ebenso wie die grüne Transformation, die neue Chancen, aber auch Herausforderungen für Unternehmen und Beschäftigte mit sich bringt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen die Garantie haben, dass bei dieser Veränderung niemand zurückgelassen wird. Wer ordentlich arbeitet, soll auch ordentlich davon leben können. Die Einführung von Mindestlöhnen, wie beispielsweise im Burgenland, ist dafür ein probates Mittel."
Hintergrund
angela.machado@cor.europa.eu
Romania
Mitglied
Mayor of Cluj-Napoca Municipality, Cluj County
Hungary
Mitglied
Member of the General Assembly of Budapest Capital